Finn Dever: Letzter Blick – endlich mal wieder nicht vorhersehbar

Es gibt Krimis, bei denen ich irgendwann ziemlich genau weiß, wohin die Reise geht. Ich lese sie trotzdem gerne weiter, aber dieses echte Miträtseln ist dann irgendwann vorbei.

Und dann gibt es Bücher wie „Finn Dever: Letzter Blick“ von Bastian Martschink.

Bei dem dachte ich zwischendurch tatsächlich: Es gibt sie also doch noch – diese richtig guten Krimis, bei denen ich nicht nach der Hälfte darauf warte, dass die Ermittler endlich herausfinden, was ich längst weiß. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

In Blackvale treibt ein brutaler Serienmörder sein Unwesen. Als erneut eine Frau ermordet wird, ermittelt Detective Kate Okon in dem Fall und bekommt Unterstützung von Finn Dever.

Finn besitzt eine ziemlich außergewöhnliche Fähigkeit: Er kann einen Blick in die unmittelbare Zukunft eines Menschen werfen. Warum er das kann und was tatsächlich dahintersteckt, ist allerdings Teil der Geschichte. Und mehr möchte ich darüber eigentlich gar nicht verraten.

Denn gerade das Entdecken hat für mich einen großen Teil des Reizes ausgemacht.

Das Buch hat genau das geschafft, was ich mir von einem Krimi wünsche: Es hat mich gepackt und anschließend nicht mehr in Ruhe gelassen.

Der Spannungsbogen funktioniert für mich richtig gut und der Plot nimmt einige Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Und das war herrlich, denn ich möchte bei einem Krimi mitdenken, Verdächtige haben, Theorien entwickeln und mir ziemlich sicher sein, dass ich jetzt aber wirklich weiß, was los ist.

Nur damit der Autor mir anschließend zeigt:

Nö.

Genau dieses Gefühl hatte ich bei „Letzter Blick“ mehrfach.

Dazu kommt eine Grundidee, die ich stellenweise wirklich gruselig fand. Hier spielt Künstliche Intelligenz eine entscheidende Rolle, allerdings möchte ich an dieser Stelle bewusst nicht genauer erklären, wie.

Denn auch das gehört für mich zu den Dingen, die man beim Lesen selbst herausfinden sollte. Und dieses Erleben möchte ich euch nicht rauben.

Gerade weil vieles nicht einfach von Anfang an erklärt wird, entsteht nach und nach dieses unangenehme Gefühl: Was ist hier eigentlich möglich? Und wie viel davon möchte ich wirklich möglich haben?

Das hat bei mir ziemlich gut funktioniert.

Bei aller Technik wäre mir das Buch vermutlich ziemlich egal gewesen, wenn die Charaktere nicht funktioniert hätten. Aber genau das tun sie, und zwar hervorragend. Finn und die anderen Figuren haben für mich dafür gesorgt, dass ich nicht nur wissen wollte, wie der aktuelle Fall ausgeht. Ich wollte wissen, was mit diesen Menschen passiert.

Und damit hatte mich das Buch endgültig.

Denn überraschende Wendungen sind schön. Wenn mir aber gleichzeitig die Menschen in der Geschichte nicht egal sind, wird aus einem spannenden Plot für mich ein Buch, das ich tatsächlich kaum noch weglegen kann.

Der eigentliche Fall bekommt sein Ende und man könnte das Buch also zuklappen, zufrieden nicken und seines Weges gehen.

Könnte man.

Wenn da nicht noch der übergeordnete Handlungsbogen mit einem fieser Cliffhanger wäre. Ich erinnere mich heute nicht mehr an jedes Detail des Finales, aber ich erinnere mich noch sehr gut an mein Gefühl dabei:

Das könnt ihr jetzt nicht ernst meinen!

Ich finde Cliffhanger ja sowieso eine ausgesprochen hinterhältige Erfindung, besonders dann, wenn mich ein Buch vorher schon wie eine wilde Horde Büffel (okay, das ist eher aus einem Western, aber hey: Dieses Bild kennen wir doch alle) durch seine Handlung gejagt hat.

Spannende Charaktere, ein Plot mit Wendungen, die ich tatsächlich nicht ständig kommen gesehen habe, eine ziemlich gruselige KI-Komponente und ein Spannungsbogen, der dafür gesorgt hat, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Vor allem hat mir „Letzter Blick“ aber etwas gegeben, das ich bei Krimis manchmal vermisse: das Gefühl, wirklich nicht zu wissen, was als Nächstes passiert.

Und genau deshalb ist mir das Buch auch Monate später noch so positiv im Gedächtnis geblieben – selbst wenn die Einzelheiten des Falls inzwischen langsam verschwimmen.

Zum Glück gibt es mittlerweile einen zweiten Teil. Denn nach diesem Ende hätte ich andernfalls vermutlich ein ernstes Wörtchen mit dem Autor reden müssen.

Ganz klar: ein Seitenknick.

Du möchtest direkt weiterlesen? Hier findest du weitere Krimis, die bereits einen Seitenknick bekommen haben.

Buch 1

blabla

Buch 2

blabla

Buch 3

blabla

Alle Krimis entdecken

Demnächst planen wir auch einen Newsletter für euch, damit ihr immer auf dem neues Stand seid über neue Bücher und andere Infos von Seitenknick

Jetzt zum Newsletter anmelden